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	<title>Gender Debate &#187; Kinderbetreuung</title>
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	<description>Discuss causes and consequences of gender inequalities worldwide!</description>
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		<title> &#187; Kinderbetreuung</title>
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		<title>Equal Pay Day 2013: Warum verdienen Frauen immer noch weniger als Männer?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 10:48:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 21. März, dem Equal Pay Day, protestieren Frauen weltweit gegen die Lohnlücke. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor enorm in Deutschland. Warum ändert sich so wenig? Bis zum 21. März – und damit 80 Tage &#8230; <a href="/2013/03/21/equal-pay-day-2013-warum-verdienen-frauen-immer-noch-weniger-als-manner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=830&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Am 21. März, dem Equal Pay Day, protestieren Frauen weltweit gegen die Lohnlücke. <strong>Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor enorm in Deutschland. Warum ändert sich so wenig?</strong><strong></strong></b></p>
<p>Bis zum 21. März – und damit 80 Tage länger – hätten  Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Am sogenannten „Equal Pay Day“, dem Tag der Lohngleichheit von Männern und Frauen, wollen Frauenverbände und Gewerkschaften in ganz Deutschland gegen den Unterschied bei der Bezahlung demonstrieren.</p>
<p><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2013/03/2-format15.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-831" alt="2-format15" src="http://genderdebate.files.wordpress.com/2013/03/2-format15.jpg?w=640"   /></a></p>
<p>Denn während die Politik Kitaplätze verspricht, Firmen mit flexiblen Arbeitsmodellen werben und Frauen nach und nach in Vorstände einziehen, tut sich bei den Gehältern nichts. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes, das seit 2006 die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen erhebt.</p>
<p>2012 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen bei 15,21 Euro, während Männer im Schnitt 19,60 Euro erhielten. Das ist eine Differenz von 22 Prozent und obendrein noch die gleiche wie schon 2011 und 2010. Wie wenig sich in den vergangenen Jahren verändert hat, zeigt auch der Blick auf die erste Berechnung 2006 – damals lag die Lohndifferenz bei 23 Prozent. Im Westen ist der Unterschied unverändert hoch (24 Prozent), im Osten deutlich niedriger, aber leicht ansteigend (acht Prozent).</p>
<p>Doch warum tut sich nichts bei der Bezahlung von Frauen? Ein Grund ist die Qualifikation. „Betrachtet man den gesamten Arbeitsmarkt, sind Männer im Schnitt noch immer höher qualifiziert als Frauen“, sagt Hermann Gartner, Experte am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bei den jungen Menschen, die heute die Universitäten verlassen, sei das genau andersherum. „Die Frauen holen derzeit auf, aber eine solche Entwicklung dauert.“</p>
<p><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2013/03/gender-pay-gap-statistics.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-832" alt="gender-pay-gap-statistics" src="http://genderdebate.files.wordpress.com/2013/03/gender-pay-gap-statistics.png?w=640"   /></a></p>
<pre>                    Source: Eurostat 2010 (except for Greece: 2008)</pre>
<p>Hinzu komme der stark gewachsene Niedriglohnsektor. „In Minijobs und anderen gering bezahlten Arbeitsverhältnissen arbeiten überwiegend Frauen“, sagt Gartner. Hier aber seien in den vergangenen Jahren die Löhne nicht gestiegen. Im Gegenzug hätten die Gehälter der Besserverdienenden zugelegt. „Gerade die Vergütungen von Managern oder gefragten Fachkräften wie Ingenieuren sind überproportional gestiegen, und in diesen Positionen arbeiten in erster Line Männer“, sagt Gartner. Zudem nehmen mehr Frauen (7,7 Millionen) Lohnabschläge durch Teilzeit hin als Männer (1,8 Millionen). Blickt man nicht auf den gesamten Arbeitsmarkt, sondern nur auf Männer und Frauen mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit, bleibt ein Lohnunterschied von sieben Prozent.  Das Statistische Bundesamt erhebt diese Zahl alle vier Jahre, zuletzt 2010. Das IAB, das die Berufe breiter definiert, kommt dagegen auf zwölf Prozent. „Vergleicht man eine Sachbearbeiterin mit dem männlichen Kollegen, ergibt sich ein Gehaltsunterschied zum Beispiel aus einer Unterbrechung der Arbeit für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen“, sagt Gartner. Das ist auch ein Grund, warum der Verdienstabstand mit dem Alter steigt, von zwei Prozent beim Berufseinstieg auf 24 Prozent bei den 35- bis 44-Jährigen. Auch würden Männer häufiger mit Sonderaufgaben betreut, die Zulagen einbrächten. Sogar im öffentlichen Dienst mit seiner transparenten Tarifstruktur bleibt eine Lohndifferenz von acht Prozent zwischen Männern und Frauen, teilte der Beamtenbund (dbb) mit. Der Frauenanteil liegt bei 53 Prozent.</p>
<p>Eine Prognose, wann die Lücke sich verkleinern könnte, kann das IAB nicht abgeben. „Mittelfristig dürften die vielen gut qualifizierten Frauen den Unterschied verringern“, sagt Gartner. Damit sich signifikant etwas ändere, seien aber große Anstrengungen seitens der Politik und der Firmen nötig. „Wir brauchen eine bessere Kinderbetreuung, damit Eltern arbeiten können, und eine Reform des Ehegattensplittings, weil es den Einverdienerhaushalt fördert.“ Auch eine Quote könne helfen, damit Frauen mehr Rollenvorbilder in Führungspositionen haben.</p>
<p><strong>Deutschland steht bei den geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden im europäischen Vergleich mit dem drittletzten Platz sehr schlecht da. Was machen andere europäische Länder besser?</strong></p>
<p>Hermann Gartner: <strong></strong>Ein großer Teil des Unterschieds erklärt sich durch Erwerbsunterbrechung zur Familiengründung. In Frankreich und den skandinavischen Ländern gibt es etwa eine ganz andere Kultur, ein anderes Rollenverständnis. Das belegt auch folgender Vergleich: In Deutschland gibt es mehr Erwachsene als in Frankreich und in Frankreich gibt es trotzdem mehr Kinder als in Deutschland. Dennoch ist in Frankreich die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt während der Elternphase höher als in Deutschland – und sie arbeiten häufiger Vollzeit. Dort gelingt es, Familie und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bekommen. In Deutschland müssen sich die Frauen meistens zwischen einem von beidem entscheiden und sich auch noch dafür rechtfertigen.</p>
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<p>Quellen:</p>
<p><a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/equal-pay-day-maenner-und-frauen-der-grosse-unterschied/7954736.html" target="_blank">Tagesspiegel</a></p>
<p><a href="http://web.de/magazine/beruf/karriere/17255264-equal-pay-day-frauen-verdienen-deutlich.html" target="_blank">web.de</a></p>
<p>Digging deeper:</p>
<p><a href="http:/https://genderdebate.com/2011/04/29/reducing-the-gender-wage-gap-in-europe-%E2%80%93-how-to-tackle-the-task/" target="_blank">International comparison of the gender wage gap in Europe</a></p><br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/genderdebate.wordpress.com/830/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/genderdebate.wordpress.com/830/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=830&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Elterngeld &#8211; nötig aber nicht ausreichend!</title>
		<link>https://genderdebate.com/2012/09/20/elterngeld-notig-aber-nicht-ausreichend/</link>
		<comments>https://genderdebate.com/2012/09/20/elterngeld-notig-aber-nicht-ausreichend/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2012 09:08:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[genderdebate]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[German & French articles]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Luci]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Börsch-Supan]]></category>
		<category><![CDATA[Börsch-supan]]></category>
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		<category><![CDATA[Vereinbarkeit von Familie und Beruf]]></category>
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		<description><![CDATA[Lässt sich der Erfolg des Elterngeldes in Deutschland an der Geburtenrate ablesen? Nein, denn der Grund für die niedrige Geburtenrate ist hauptsächlich die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Elterngeld kann sicherlich dazu beitragen, diese Vereinbarkeit zu erleichtern. Doch &#8230; <a href="/2012/09/20/elterngeld-notig-aber-nicht-ausreichend/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=731&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lässt sich der Erfolg des Elterngeldes in Deutschland an der Geburtenrate ablesen? Nein, denn der Grund für die niedrige Geburtenrate ist hauptsächlich die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Elterngeld kann sicherlich dazu beitragen, diese Vereinbarkeit zu erleichtern. Doch ohne ausreichend ganztägliche Betreuungseinrichtungen für Kinder kann das Elterngeld nicht vollständig greifen. </strong></p>
<p>Deutschland liegt mit seiner aktuellen Geburtenrate (durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau) derzeit weit unter seinem Nachbarn Frankreich (2,1).  Und das, obwohl in Frankreich wesentlich mehr Mütter ganztags arbeiten gehen als in Deutschland.  In Frankreich lassen sich Familie und Beruf eben besser miteinander vereinbaren als in Deutschland. Das liegt unter anderem am französischen flächendeckenden  Betreuungsangebot für Kleinkinder und seinem System der Ganztagsschulen. Doch Frankreich fördert auch in anderen Politikbereichen gezielt die Vollzeit-Erwerbstätigkeit von Müttern, zum Beispiel in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (c.f. Luci-Greulich, 2011).</p>
<p><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/09/neuesbild.jpg"><img class=" wp-image aligncenter" src="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/09/neuesbild.jpg?w=451&#038;h=304" alt="Image" width="451" height="304" /></a></p>
<p>Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstärkt zu fördern, hat Deutschland im Jahr 2007 das Elterngeld eingeführt. Primäres Ziel des Elterngeldes ist es, die Erwerbstätigkeit von Frauen sowohl vor als auch nach der Geburt eines Kindes zu fördern. So gewährt das Elterngeld für Eltern, die die vor der Geburt erwerbstätig waren, eine Substituierung des Nettoeinkommens in Höhe von 67 Prozent.  Diese relativ gut finanzierte „Babypause“ wird aber nur für 12 Monate gewährt, um zu verhindern, dass Eltern den Anschluss an den Arbeitsmarkt für zu lange Zeit verlieren. Der Haken an der Sache: Vielen Eltern gelingt es nicht, nach den 12 Monaten wieder vollzeitig berufstätig zu werden, da es nach wie vor in Deutschland an Ganztagesbetreuungseinrichtungen fehlt. Insofern mangelt es in Deutschland an einem stimmigen Gesamtkonzept  zur Vereinbarung von Familie und Beruf. Das Ehegattensplitting, das Paare mit großen Einkommensunterschieden steuerlich stark entlastet, trägt ebenso dazu bei, das viele Mütter sich gegen eine Vollzeiterwerbstätigkeit entscheiden. Diese Entscheidung wird zudem noch durch das relativ großzügige Kindergeld erleichtert. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich kohärent zu fördern, wäre es angebracht, in Deutschland weniger Augenmerk auf Kindergeld und Ehegattensplitting zu legen, und stattdessen größere Summen in Ganztagsbetreuungseinrichtungen für Kinder jeden Alters zu investieren. Nur so kann das neue Elterngeld auch wirklich greifen.</p>
<p><strong><em>Prof. Börsch-Supan, Direktor der Abteilung Econmics of Ageing des Max-Planck Instituts in München</em></strong><strong>, </strong>bestätigt in einem <strong><em>Interview mit der FAZ vom 09.07.2012 </em></strong>die Einschätzung, dass das Elterngeld nur in Kombination mit Betreuungseinrichtungen zum wirklichen Erfolg werden kann. Der Erfolg des Elterngeldes muss demnach nicht nur an den Geburtenraten, sondern auch an der Erwerbstätigkeit von Müttern gemessen werden:</p>
<p><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/09/1910998890.jpg"><img class=" wp-image aligncenter" src="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/09/1910998890.jpg?w=408&#038;h=234" alt="Image" width="408" height="234" /></a></p>
<p><strong>FAZ: Herr Börsch-Supan, das Elterngeld verliert an Beliebtheit. In Deutschland kommen weniger Kinder zur Welt, und der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder fordert, eine Abschaffung zu erwägen.</strong></p>
<p>B.S.: Die Geburtenzahl sagt überhaupt nichts darüber, wie erfolgreich das Elterngeld ist. Denn: Wenn es weniger Menschen im gebärfähigen Alter gibt, gibt es natürlich auch weniger Kinder. Es gäbe erst dann Grund zur Annahme, das Elterngeld wirke nicht, wenn die Geburtenrate zurückginge, also die Zahl der Geburten je Frau.</p>
<p><strong>FAZ: Und – geht sie zurück?</strong></p>
<p>B.S.: Eben nicht! Sie ist seit langem konstant. Das ist eine ganz erstaunliche Tatsache, die sich aber in der Berichterstattung nur selten wiederfindet. Ab 1964 ist die Geburtenrate massiv zurückgegangen, doch schon in den siebziger Jahren hat sie sich wieder stabilisiert. Seitdem ist sie niedrig, aber konstant – und ganz unabhängig davon, wer gerade im Familienministerium saß oder sitzt.</p>
<p><strong>FAZ: Also gibt es gar keinen Anlass zur akuten Unruhe?</strong></p>
<p>B.S.: Jetzt plötzlich Alarm zu blasen, ist Unsinn. Das wäre nur gerechtfertigt, wenn die sänke. Das tut sie aber nicht.</p>
<p><strong>FAZ: Aber auch wenn die Geburtenrate gleich bleibt, heißt das doch, dass das Elterngeld nicht wirkt.</strong></p>
<p>B.S.: Wir können doch noch gar nicht wissen, ob das Elterngeld wirkt oder nicht. Denn es wird erst seit fünf Jahren ausgezahlt. Dabei fällt die Entscheidung übers Kinderkriegen sehr langsam – wie alle demographischen Änderungen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Elterngeld das Denken über Kinder verändert hat. Aber harte Zahlen dazu gibt es schlicht nicht.</p>
<p><strong>FAZ: Wann wissen wir es denn dann genauer?</strong></p>
<p>B.S. Man muss mindestens in Zehnjahresabschnitten denken. Vergessen Sie nicht, dass noch ein Faktor dazukommt: Frauen bekommen ihr erstes Kind immer später im Leben. Die Frage ist offen, ob sie trotzdem genau so viele Kinder bekommen wie die früheren Generationen. Schon allein daran sieht man, dass man das Elterngeld als familienpolitische Maßnahme heute noch gar nicht statistisch auswerten kann. Man muss erst abwarten, ob es diese Aufholprozesse gibt.</p>
<p><strong>FAZ: Das macht ja Hoffnung, dass wir wenigstens in ein paar Jahren eine Antwort haben.</strong></p>
<p>B.S.: Prizipiell gilt: Wenn eine Familienministerin sagt, sie führt das Elterngeld ein, um eine höhere Geburtenrate zu erreichen, dann muss sie sich auch daran messen lassen. Aber natürlich hängt die Geburtenrate von ganz vielen Faktoren ab. Und deshalb darf man nicht nur aufs Geld schauen. Es gibt viele Faktoren, die die Geburtenrate beeinflussen – manche bringen Eltern eher zum Kinderkriegen, andere schrecken sie ab. Man muss erst die vielen anderen Faktoren herausrechnen und dann schauen, ob der Faktor Elterngeld zusätzlich positiv wirkt oder eben nicht. Erst wenn sich dann herausstellt, dass es keine Wirkung hat, kann man sagen: Es ist für die Katz!</p>
<p><strong>FAZ: Was wirkt denn sonst noch auf die Geburtenrate?</strong></p>
<p>B.S.: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist natürlich ganz wichtig. Wie schnell und ab wann können Kinder in den Kindergarten? Kann man seine gesetzlichen Ansprüche darauf durchsetzen? Wie schwer oder leicht wird es Elterninitiativen gemacht? Außerdem geht es für viele Eltern um die Frage, ob die Betreuung auch nach der Einschulung des Kindes funktioniert. Letztlich wirkt auf die Geburtenrate ein ganzes Geflecht von Einflüssen. Ich bin der Meinung, dass die Betreuungsfrage wichtiger ist als das Elterngeld.</p>
<p><strong>FAZ: Also kriegt Geld doch keine Kinder?</strong></p>
<p>B.S.: Zunächst einmal bin ich der festen Überzeugung, dass die Geburtenrate sehr wohl zu einem gewissen Grad politisch steuerbar ist. Und natürlich kosten auch Krippenplätze Geld. Ich nehme an, das Elterngeld vor allem in der Kombination mit genügend Betreuungsplätzen positiv wirkt. Abgesehen davon ist eine hohe Geburtenrate ja nicht das einzige Ziel des Elterngeldes.</p>
<p><strong>FAZ: Sondern?</strong></p>
<p>B.S.: Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Viele Frauen wollen schneller in den Beruf zurück. Zudem ist in Zeiten der alternden Bevölkerung beides wichtig: mehr Kinder und mehr Frauen, die im Beruf stehen. Dass es keine Unmöglichkeit ist, beides zu erreichen, sieht man an Skandinavien, aber auch an den Vereinigten Staaten. Dort haben die Frauen im Durchschnitt mittlerweile wieder mehr als 2,1 Kinder, und trotzdem ist die Arbeitsbeteiligung von Frauen höher als hierzulande.</p>
<p><strong>FAZ: Aber in Amerika gibt es doch gar kein Elterngeld, oder?</strong></p>
<p>B.S.: Nein, aber eine deutlich bessere Infrastruktur, was Kinderkrippen, Ganztagsschule, Ferienbetreuung usw. angeht.</p>
<p><strong>FAZ: Was ist also Ihre vorläufige Bilanz zum Elterngeld – abschaffen oder beibehalten?</strong></p>
<p>B.S.: Beibehalten! Und abwarten, ob sich die Wirkung allmählich einstellt. Man kann ja jetzt schon beobachten, dass junge Eltern sich die ersten 12-14 Monate ausschließlich um das Kind kümmern. Aber anschließend gehen meist beide wieder arbeiten. Und so ist es ja auch gedacht. Wenn dies anderen zeigt, wie sich so Familie und Beruf besser verbinden lässt, wird es, da bin ich überzeugt, auch allmählich wieder mehr Kinder geben.</p>
<p><strong>FAZ: Zwischendurch nehmen aber häufig Vater und Mutter gleichzeitig Elternzeit. Kritiker sagen: Für Familienferien auf Staatskosten…</strong></p>
<p>B.S.: Das ist doch alles Polemik! Der Staat kann den Eltern nicht vorschreiben, wo und wie sie ihre Kinder betreuen. Wenn die private Betreuung in Form eines Familienurlaubs geschieht, heißt das ja nicht, dass das Kind schlecht versorgt wäre. Da muss sich der Staat nun wirklich nicht einmischen.</p>
<p>Quellen:</p>
<p><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissenschaftler-axel-boersch-supan-die-geburtenzahl-sagt-nichts-ueber-den-erfolg-des-elterngeldes-11814483.html" target="_blank">FAZ Interview mit Prof. Börsch-Supan vom 09.07.2012</a></p>
<p>A Luci-Greulich (2011): <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07901.pdf" target="_blank">“Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland und Frankreich – Warum es Französinnen besser gelingt, Familie und Beruf zu vereinbaren.“ Bericht für die Friedrich Ebert Stiftung. </a></p><br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/genderdebate.wordpress.com/731/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/genderdebate.wordpress.com/731/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=731&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Betreuungsgeld – Rolle rückwärts für Deutschland</title>
		<link>https://genderdebate.com/2012/04/25/betreuungsgeld-rolle-ruckwarts-fur-deutschland/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 15:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[genderdebate]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[German & French articles]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen-Erwerbsarbeit in Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass es deutschen Frauen kaum gelingt, Familie und Beruf zufriedenstellend zu vereinbaren, legt ein Blick aufs europäische Ausland nahe. Anders als in Deutschland arbeiten beispielsweise in Frankreich viele Mütter ganztags. Zeitgleich ist dort die Geburtenrate wesentlich höher als in Deutschland. &#8230; <a href="/2012/04/25/betreuungsgeld-rolle-ruckwarts-fur-deutschland/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=602&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es deutschen Frauen kaum gelingt, Familie und Beruf zufriedenstellend zu vereinbaren, legt ein Blick aufs europäische Ausland nahe. Anders als in Deutschland arbeiten beispielsweise in Frankreich viele Mütter ganztags. Zeitgleich ist dort die Geburtenrate wesentlich höher als in Deutschland.</p>
<p>Natürlich fehlt es in Deutschland allerorts an Kinderbetreuungs &#8211; Einrichtungen und Ganztagsschulen. Aber es ist nicht allein das fehlende Kinderbetreuungsangebot, das den Ausschlag für das deutsche Vereinbarkeitsproblem gibt. Anders als in Frankreichoder ist in Deutschland die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch keine Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Politikbereiche inklusive der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zieht.</p>
<pre><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/04/bg.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-608" title="bg" src="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/04/bg.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a>                  Bildquelle: www.dieterhanitzsch.de</pre>
<p>Dieses Manko in Deutschland wird auf internationaler Ebene kritisiert.  So bemängelt beispielsweise die EU-Kommission seit Jahren, dass Deutschland für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht genug tut.  In Deutschland steht die Vereinbarkeitsförderung zwar auf der politischen Agenda, aber es gibt kein kohärentes Konzept zur Umsetzung. Vor allem fehlt es an Plänen zur beruflichen Förderung von Frauen mit Kindern. Nicht dienlich ist es dabei,  dass Deutschland beispielsweise bei der geschlechtlichen Gleichstellung in der Privatwirtschaft immer noch auf Versprechungen der Wirtschaft setzt, anstatt sich wie Frankreich zu einer gesetzlich festgelegten Frauenquote in den Führungsgremien großer Unternehmen durchzuringen.</p>
<p>Deutschland hat zwar für die nächsten Jahren einen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen versprochen. Die aktuelle Reformdiskussion in Deutschland ist jedoch erschreckend rückwärtsgewandt. Das von einigen PolitikerInnen eingeforderte „Betreuungsgeld“ soll Eltern, die ihre Kinder von ein bis drei Jahren NICHT in Tageseinrichtungen betreuen lassen, eine monatliche Zahlung gewähren. So soll das Betreuungsgeld einen Ausgleich dafür schaffen, dass erwerbstätige Eltern vom Elterngeld und von den geplanten Investitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen profitieren. Damit wird jedoch gerade für gering qualifizierte Mütter der Anreiz gestärkt, dem Arbeitsmarkt fernzubleiben<strong>. Leider bleibt in Deutschland oft  unbemerkt, dass die Förderung der Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen das beste Mittel gegen Kinderarmut ist. Und gerade Kinder aus prekären Verhältnissen würden vom Besuch öffentlicher Kinderbetreuungseinrichtungen besonders profitieren.</strong></p>
<p>Die Betreuungsgeld- Diskussion verdeutlicht einmal mehr, dass Deutschland es nicht wagt, dem Ausbau von Betreuungsangeboten eindeutig Priorität einzuräumen. So betreibt Deutschland gegenwärtig eine Rückkehr von einer Frauenpolitik zu einer reinen Familienpolitik, in der Gleichstellungsaspekte eindeutig zu kurz kommen.</p>
<p>Quelle: Angela Luci</p>
<p>Zum weiterlesen:</p>
<p><a href="http://genderdebate.files.wordpress.com/2012/04/al_fes4.pdf">Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland und Frankreich. Warum es Französinnen besser gelingt, Familie und Beruf zu vereinbaren.</a></p><br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/genderdebate.wordpress.com/602/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/genderdebate.wordpress.com/602/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=genderdebate.com&#038;blog=17457232&#038;post=602&#038;subd=genderdebate&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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